Moskau (dpa) - Bei den blutigen Unruhen im Süden der zentralasiatischen Republik Kirgistan sind nach Angaben der usbekischen Minderheit angeblich 700 Menschen getötet worden. Das meldete die russische Nachrichtenagentur Interfax am Montag nach Angaben eines hochrangigen Vertreters der Volksgruppe.
Diese Zahlen bezögen sich allein auf Dschalal-Abad und nicht auf das Zentrum der Unruhen in Osch. Eine offizielle Bestätigung gab es nicht.
Die Körper seien in einer Moschee von Dschalal-Abad aufgebahrt, teilte der usbekische Vertreter weiter mit. Das Rote Kreuz hatte zuvor berichtet, dass viele Leichen ohne vorherige Identifizierung begraben würden.
Die Usbeken hatten bereits in den vergangenen Tagen von 520 Toten gesprochen. Beobachter mahnten aber zur Vorsicht mit den Zahlen. Allerdings berichteten auch kirgisische Funktionäre, dass bei den Brandschatzungen viele Menschen in ihren Häusern verbrannt seien. Nach Angaben unabhängiger Beobachter waren viele Usbeken "regelrecht abgeschlachtet" und hinterrücks erschossen worden.
Es wird in Kirgistan erwartet, dass Moskau zur Beendigung des ethnischen Konflikts Friedenssoldaten in den Süden schickt. Das war zuletzt vor 20 Jahren der Fall, als es ähnliche Zusammenstöße gegeben hatte und damals noch sowjetische Truppen für Ruhe sorgen sollten.
Das kirgisische Militär teilte mit, dass mehrere Heckenschützen in Tarnuniformen sowie Provokateure festgenommen worden seien. Sie sollen durch gezielte Morde unter Kirgisen und Usbeken die beiden seit langem in Spannung lebenden Bevölkerungsgruppen gegeneinander aufgebracht haben.
Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton bezeichnete die Lage als "sehr gefährlich". "Im Moment ist es am wichtigsten, wieder Ruhe in die Region zu bringen", sagte Ashton in Luxemburg. "Wir müssen die Ordnung wiederherstellen." In Kirgistan wollten sich Beobachter der Vereinten Nationen und Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit (OSZE) ein Bild von der "humanitären Katastrophe" machen. Nach Informationen aus der Region waren mindestens 75 000 Usbeken aus den Städten Osch und Dschalal-Abad geflüchtet.
Helfer richteten im Fergana-Tal Zeltlager für die Flüchtlinge ein. Das Rote Kreuz beklagte, dass viele Leichen wahllos begraben würden, ohne identifiziert zu sein.
Um der Lage in dem völlig verarmten Hochgebirgsland an der Grenze zu China wieder Herr zu werden, hat Übergangspräsidentin Rosa Otunbajewa Kremlchef Dmitri Medwedew wiederholt schriftlich und telefonisch um militärischen Beistand gebeten. Mit eigenen Kräften seit das nicht mehr zu schaffen, sagte Otunbajewa. Nachdem Medwedew zunächst ein Eingreifen in den "inneren Konflikt" abgelehnt hatte, sollte die Militärorganisation früherer Sowjetrepubliken (OVKS) bei einer Krisensitzung doch eine rasche Lösung finden.
Es müsse alles für eine rasche Beendigung des Mordens getan werden, sagte Medwedew einer Mitteilung seiner Internetseite zufolge. Russland hatte seinen Stützpunkt in Kant im Norden am Sonntag mit Fallschirmjägern und Munition verstärkt - allerdings zunächst mit der Begründung, die eigenen Leute schützen zu wollen.
Die Ex-Sowjetrepublik Kirgistan, die traditionell stark von Moskau abhängig ist, droht zwei Monate nach dem Sturz des autoritären Präsidenten Kurmanbek Bakijew in einem blutigen Chaos zu versinken. Bei den USA, die im Norden auch eine Militärbasis zur Versorgung ihrer Truppen in Afghanistan unterhalten, habe die Regierung noch nicht um Hilfe nachgesucht, hieß es in der Hauptstadt.
Kirgistan kommt seit dem Sturz des autoritären kirgisischen Präsidenten Kurmanbek Bakijew Anfang April nicht mehr zur Ruhe. Die Interimsregierung vermutet Bakijews Familienclan hinter den Krawallen. Bakijew hatte die Vorwürfe in seinem weißrussischen Exil zurückgewiesen. Wegen des blutigen Volksaufstandes im April sind er und einige seiner Angehörigen wegen Massenmordes international zur Fahndung ausgeschrieben.
(JOE)
Warum kommt es in der heutigen Zeit immer wieder zu solche Zustände?
Liegt es immer an den unterschiedlichsten Religionen oder geht es immer um Armut oder Reichtum?
Warum können Menschen, auch wenn sie noch so unterschiedlich sind, nicht einfach friedlich nebeneinander oder miteinander leben?
Jeder sollte mal darüber nachdenken wie man Konflikten aus dem weg gehen kann. Vielleicht wird es dann irgendwann einen friedlichen Planeten Erde geben.

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